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Es soll ja vorkommen... |
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das man sich eines schönes Tages fragt:"Warum muss ich eigentlich nicht nur den Motor sondern auch das Fahrgestell warmfahren?". Völlig Schwachsinnig diese Frage, war aber so. Besonders wenn ich den Bock lange nicht bewegte, hatte ich das Gefühl, jemand hält den Lenker fest. Die Maschine wollte immer nur geradeaus fahren. Nach ein paar Kilometern schien aber wieder alles in gewohnter Weise zu funktionieren. Zwar hatte ich immer den Verdacht, dass die Lenkkopflager vielleicht hinüber sind, aber alles Zerren an den unteren Gabelholmen bzw. mit gezogener Vorderradbremse im Stand das Vorderrad zu bewegen, ergaben keinen Hinweis auf ein nennenswertes Spiel der Lenkkopflager. Fazit: beobachten und weiterfahren.
Nun begab es sich aber zu einer Zeit, als es zwar kalt, dafür aber sonnig war, dass ich mir dachte, zum Fahren zu hell, zum sonnen zu kalt, überhole ich eben die Vorderradgabel. Es dauerte nicht lange, 3 Bier 2 bis 5 Kippen, hatte ich den ganzen Schlamassel raus und wie zum Spaß, manch einer kann sich vielleicht noch daran erinnern, wenn man auf Papas ollem aufgebocktem Roller saß und die schärfsten Rennen gegen imaginäre Gegner fuhr, bewegte ich den Lenker hin und her, dieser wiederum rastete so stark in "Mittelstellung" ein, dass selbst der Genuss weiterer Biere mich nicht darüber hinwegtäuschen konnte: Hier muß gehandelt werden.
Am 23.02.03 war es dann soweit. Von Römpömpöm hatte ich ein Lager (Timken) und Nato-Fett bekommen. Zum Glück schien auch wieder die Sonne (wer mich kennt, weiß das ich bei Sonnenschein lieber nicht Motorrad fahren). Wie man es machen kann, habe ich nachfolgend dokumentiert. Vielleicht hilfts ja dem einen oder anderen :-). Wenn ihr die Bilder grösser sehen wollt, einfach raufklicken.
Thunder
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Hier seht ihr noch nicht sehr viel, die Gabelholme sind raus, das Windshield ist ab und der Instrumentetnträger ist auch gelöst. |
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Vor dem Lösen des Lenkkopfbolzens erst die Klemmschraube in der oberen Gabelbrücke lösen!!! Dann den Lenker ab und von der unteren Gabelbrücke die Führung für die Bremsleitung entfernen. Erst jetzt den Bolzen entfernen. |
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... und schwupp, schon fällt alles nach unten. Hätte ich, wie im Handbuch beschriebn alle Leitungen etc. entfernt, wäre mir der Lenkkopf bestimmt auf die Erde geknallt. So hat er sich prima im Kabelgewirr verfangen ;-)
... und der Übeltäter vons janze ist auch schon zu sehen. |
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Bevor wir weitermachen nehmen wir erstmal das obere Lenkkopflager heraus und Überprüfen den Lagersitz auf Druckmarken. Ist dies nicht der Fall, können wir es getrost wiederverwenden. Den Aussenring lassen wir im Rahmen. |
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Jetzt schlagen wir vorsichtig mit einem langen Dorn oder wie in meinem Fall mit einem langen Kerzenschlüssel, vorsichtig den Aussenring des unteren Lagers heraus. Dabei immer schön die Schläge am Umfang verteilen, damit der Aussenring nicht verkantet.
Da auch ich nur zwei Hände habe und mal wieder allein in der Werkstatt war (wie gesagt, schönes Wetter) seht ihr nur das obere Ende des Kerzenschlüssels und das ich schon ne Weile gefrickelt habe, denn der untere Aussenring hat sich schon ca. 4 mm nach unten bewegt.
Gut zu erkennen ist auch die Qualität (bräunliche Verfärbung) der von unseren amerikanischen Kollegen verwendeten Schrauben sowie ein fetter Insekteneinschlag rechts auf der Tankverkleidung. |
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Für die nun folgenden Arbeiten brauchte ich einen zweiten Mann, damit ich fotografieren und mich von den wahnwitzigen Strapazen der bisherigen Arbeiten erholen konnte. Also flugs alles zusammengepackt und meinen alten Herrn vom Mittagessen abgehalten.
Um das untere Lager abzukommen wurde als Erstes ein flacher Meißel zwischen dem Käfig des Innenringes und dem Staub/Schmutz/Wasser-Schutz-Blech angesetzt und dieser mit kräftigen Hammerschlägen vorsichtig gelöst. Hierzu entweder die untere Gabelbrücke in einen Schraubstock einspannen oder ein zweiter Mann muß kräftig gegenhalten. Hier ist grösste Sorgfalt angebracht, damit diese Staub/Schmutz/Wasser-Schutz-Blech nicht beschädigt wird. Auch hier wieder am Umfang verteilt ansetzen, um ein Verkanten zu vermeiden. |
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Im nächsten Step setzen wir wie gezeigt zwei Schraubendreher an und hebeln den Innering vom Lagersitz runter.
Wenn der Innenring entfernt ist, nehmen wir das Staub/Schmutz/Wasser-Schutz-Blech ab, machen alles schön sauber, ein wenig Fett an die Unterseite und bringen es wieder an seinen ursprünglichen Platz.
Als nächstes fetten wir noch den Lagersitz des Innenringes ein, damit wir es bei unserer nächsten Aufgabe nicht so schwer haben. |
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... denn diese besteht darin, den neuen Innenring zu montieren. Da ich kein passendes Rohr hatte, behalf ich mich mit einem 27er Ringschlüssen und einem passenden Steckschlüssel. Mit kurzen kräftigen Schlägen wurde der neue Innenring in seine vorbestimmte Position gebracht.
Wichtig, das Rohr, oder was auch immer ihr verwendet darf nur auf dem Innenring aufsetzen, nicht auf dem Käfig der Kegelrollen.
So, alles wieder flugs zusammengepackt, den alten Herrn zum Mittagessen entlassen, rein in den Bürgerkäfig und ab nach Hause. |
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Das Einsetzen des neuen Aussenringes gestaltete sich einfacher als gedacht. Als erstes habe ich den Lagersitz im Rahmen leicht eingefettet, dann den Aussenring angesetzt (auf richtige Lage achten) und mit zarten auf den Umfang verteilten Hammerschlägen den neuen Aussenring in den Rahmen getrieben. Kritisch wirds nur zum Schluss, da der Aussenring ca. 2 mm im Rahmen sitzt... |
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... also den alten Aussenring genommen und spiegelbildlich angesetzt. So lassen sich auch die letzten 2 mm überwinden.
Den alten Aussenring bekommt man mit ein paar leichten Schläge mit der Hammerfinne auf die Aussenfläche des alten Aussenringes wieder aus dem Rahmen. |
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... geschafft. So soll es dann am Ende wieder aussehen. Mit einer Tiefenlehre oder einem anderen geeigneten Meßinstrument den gleichmäßigen Sitz des neuen Aussenringes prüfen und dann erst mal entspannt zurücklehnen, sich auf die Schulter klopfen ne Kippe oder andere Sachen geniessen, denn das Gröbste ist jetzt geschafft. |
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Jetzt schön das untere Lenkkopflager einfetten, ihr seht es jetzt zum letzten Mal (oder bis zum nächsten Austausch). Nicht sparen, was zu viel ist wird eh rausgeschmaddert und kann weggewischt werden. |
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Bevor es wieder so aussieht wie gezeigt bedarf es noch ein wenig Körperakrobatik. Die untere Gabelbrücke wieder in den Rahmen schieben, den oberen Lagersitz schön einfetten, das obere Lager einsetzen, die obere Gabelbrücke aufsetzen und den Bolzen ansetzen und von Hand reindrehen.. Jetzt die Krämpfe abklingen lassen und Magnesium zu sich nehmen.
Erst wenn die Gabelholme wieder eingesetzt sind und nur in der oberen Gabelbrücke wieder geklemmt sind mittels des Bolzen den Lenkkopf spielfrei einstellen und mit der kleinen Klemmschraube fixieren.
Na dann viel Glück :-) |